Deine Karriere begann als Leichtathlet. Wie bist du zum Bobsport gekommen?
Der Bobsport kam eher zu mir. Als Zehnkämpfer war ich schon immer athletisch und hatte gute körperliche Voraussetzungen für die Wintersportart. 2009 erhielt ich die ersten Anfragen fürs Bobfahren. Ein Jahr später habe ich mir das Training einmal angesehen und direkt bei den Anschubübungen mitgemacht.
Beim Anschub bist du dann auch geblieben. Warum bist du nicht Pilot geworden?
Der Pilot Oliver Harrass hatte mich damals gefragt, ob ich nicht als Anschieber in seinem Team mitfahren möchte. Als Pilot hätte ich früh wechseln müssen, war aber mit meiner Entwicklung als Anschieber zufrieden. Deshalb habe ich mir dazu keine weiteren Gedanken gemacht und bin bis heute auf der Position geblieben.
Hast du manchmal Angst, beim Start danebenzuspringen?
Auf jeden Fall. Im Training kann das ab und zu sogar passieren. Die Angst ist jedoch eine reine Kopfsache: Wenn es ernst wird, denke ich nicht mehr daran – dann gelingt der Start auch ohne Fehltritt.
Wie sieht dein Training in Halle aus?
Abwechslungsreich. Neben Krafttraining stehen auch Zirkeltraining und Ausdauerläufe auf dem Plan. Im Sommer wird es intensiver, dann kommen mehr Sprünge und Gewichte dazu. So gewöhnt sich der Körper nach und nach an die schnellen Bewegungen.
Im Zweierbob fährst du seit 2013 mit dem Piloten Francesco Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg. Wie funktioniert das Training mit der örtlichen Trennung?
Im Sommer trainieren wir getrennt voneinander. Ab Oktober treffen wir uns für die Anschubübungen regelmäßig in Riesa und testen den Schlitten. Die Weltcups beginnen meistens im November. Für die kommende Saison haben wir auch ein Trainingslager in Kienbaum geplant.
Achtest du bei all dem Training auch auf deine Ernährung?
Ich ernähre mich sehr abwechslungsreich, sodass ich von allem ein bisschen esse – nur nicht zu viel. Das gelingt mir allerdings nicht immer. (lacht)
Bei welcher Leckerei wirst du schwach?
Zum Frühstück gibt es bei mir jeden Morgen Schokocreme aufs Brot.
Mit oder ohne Butter?
Mit Butter natürlich!
Spielt das Gewicht im Bobsport eine Rolle?
Ja. Zu leicht dürfen wir nicht sein, sonst müssen wir Gewichte in den Schlitten legen. Zu schwer dürfen wir aber auch nicht sein. Vor allem im Viererbob muss man aufpassen: Ist man zu schwer, wird man disqualifiziert.
Und was ist dir lieber: im Viererbob oder zu zweit den Eiskanal runter?
Die Frage kann ich nicht beantworten, beides ist so unterschiedlich: Im Zweierbob ist man als Anschieber auf sich gestellt und trägt dadurch mehr Verantwortung. Im Viererbob gibt es drei Anschieber, die dem Piloten gemeinsam den Rücken stärken. Auch der Sieg zu viert macht mehr Spaß, da man ihn mit mehreren Personen teilen kann. Freude ist bekanntlich das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.